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Aichmühle

Jurahaus, Titting, AichmühleDie Aichmühle liegt an einer Biegung des oberen Anlautertales. Von Titting ist die Mühle rund drei Kilometer entfernt. Bereits 1548 ist die Aichmühle im Salbuch des Eichstättisch-Fürstbischöflichen Pflegamtes Titting-Bechthal genannt.
Wohnhaus und Mühlgebäude, zweigeschossiger giebelständiger Satteldachbau mit runder Aufzugsluke, Putzbandgliederung, Sonnenuhr und originaler Haustür, erbaut 1848; Zuhaus (Korb), zweigeschossiger Satteldachbau auf Bruchsteinsockel, mit Kalkplatten, Obergeschoss mit Fachwerk, 18. Jh.; angebaute Hofkapelle, kleiner Satteldachbau mit Kalkplatten, 19. Jh.

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S.27; Jurahausmagazin Nr.8, S.60
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Titting; https://de.wikipedia.org/wiki/Aichm%C3%BChle_(Titting);
Fotos Lautz 1976 (Sammlung Unterkircher/ Jurahausverein), KS 08/2013

Arnsberg, Sebastiansgasse 2

Jurahaus, Arnsberg, KipfenbergEhemaliges Gasthaus, jetzt Wohnhaus, zweigeschossiger langgestreckter Massivbau mit Flachsatteldach, Türgewände mit Oberlicht und Haustür, bezeichnet mit dem Jahr 1791; Fachwerkstadel auf Bruchsteinsockel, Ende 17./ Anfang 18. Jahrhundert.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Eichstätt Kipfenberg Arnsberg
Foto Ruthrof 08/2015

Burg Arnsberg, „Vogthaus“

Jurahaus Kipfenberg ArnsbergBurg Arnsberg, Reste der Hauptburg und des Bergfrieds, erste Hälfte 13. Jahrhundert; Befestigungsmauern, Burgtor, Grabenanlagen, mittelalterlich; Vogthaus, zweigeschossige Scheune mit Fachwerk, Legschieferdach, an der Westseite, wohl 1663;

Ab 1129 sind die Herren von Arnsberg als Dienstmannen des Bistums Eichstätt nachgewiesen, 1278 wird die Burg erstmals urkundlich erwähnt. 1348 wird die Burg an den Minnesänger Hadamar von Laber verpfändet (Hadamar III. von Laber, geboren um 1300, ein berühmter Minnesänger; sein bekanntestes Werk heißt „Die Minnejagd“ – eine Allegorie auf den Minnedienst).
Anfang des 14. Jahrhunderts sitzen Raubritter auf der Burg, die im Land Ludwigs des Bärtigen, des Herzogs von Bayern-Ingolstadt, „Klöster, Pfaffen und Laien“ berauben, Häuser niederbrennen und Untertanen des Herzogs verschleppen. 1416/17 werden sie von Herzog Ludwig VII. geschlagen und ihre Burg eingenommen.
1473/75 kauft der Eichstätter Bischof Wilhelm von Reichenau Burg Arnsberg. Die Eichstätter Bischöfe nutzen sie als Jagd- und Sommerschloss. 1632/34 wird die Burg von den schwedischen Truppen zerstört. Trotz Instandsetzungsarbeiten, u.a. ab 1663, kommt es mehrfach zu Teileinstürzen. So wird 1747 festgestellt, dass die „Gefahr zum Einfallen“ des Schlosses gegeben sei. 1763 berichtete der Fürstbischöfliche Baudirektor Maurizio Pedetti, dass der Turm abgetragen sei. Bis zur Säkularisation 1803 bleibt die Burg in fürstbischöflichem Besitz. Nachdem 1831 die Südostmauer der Hauptburg größtenteils eingestürzt war, wurde sie auf Anordnung der Herzoglich Leuchtenbergische Regierung abgetragen.

1869 beginnt man mit ersten Neubaumaßnahmen (Vorburg). 1972 wird der Südtrakt der Vorburg renoviert, weitere Sanierungen erfolgen seit dem Jahr 2000, u.a. das Vogthaus. Heute besteht hier eine Gaststätte mit Hotel.

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S.195; Jurahausmagazin Nr.3, S.19
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kipfenberg; http://www.hdbg.eu/burgen/burgen_suche-burgen_detail.php?id=brn-0058&topic=baugeschichte; https://de.wikipedia.org/wiki/Arnsberg_(Kipfenberg); http://www.schloss-arnsberg.de/start.html; http://burgenseite.de/html/laaber.html;
Fotos KS 03 2013

Biberg, Dorfstr. 20-22

Jurahaus Kipfenberg Biberg
Dorfstraße 20 (rechts): Fachwerkscheune mit Kalkplattendach, giebelseitig erschlossen, wohl noch 18. Jahrhundert.
Dorfstraße 22: „Zehendstadl“. Scheune, rechteckiger Massivbau mit Kniestock und Kalkplattendach, Giebel in Fachwerkbauweise, wohl Mitte 18. Jahrhundert.

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S.211, 213; Jurahausmagazin Nr.17, S.27
Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kipfenberg
Foto KS 03/2013

Böhming, Kirchweg 5, Mesnerhaus

jurahaus kipfenberg boehmingEhem. Mesnerhaus, zweigeschossiger Bau mit Kalkplattendach, Erdgeschoss im Kern nach 1675, Fachwerkobergeschoß 1774/75 (dendro.dat.).
„Böhming. Eichstättisches zum Pfleg- und Lastenamte Kipfenberg gehöriges Filialkirchorf […]. Das Gotteshaus liegt in einer ziemlichen Entfernung westlich von dem Dorfe weg, und es soll einst ein Kloster daneben gestanden sein, wie denn auch wirklich noch der Grund eines großen Gemäuers um dasselbe herum vorhanden ist.“  1898-1905 wurde allerdings bei Ausgrabungen festgestellt, dass die Kirche auf dem Gelände eines römischen Kastells steht. Laut einer Bauinschrift wurde das Kastell unter Kaiser Commodus im Jahr 181 n. Chr. errichtet. Aufgabe der Besatzung war der Grenzschutz am nahe gelegenen Limes und die Sicherung des Altmühlübergangs bei Kipfenberg. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde mit den Steinen des römischen Lagers erbaut und um 1182 von Bischof Otto geweiht. Im 15. Jh. ersetzte sie ein Neubau, von dem der Turm noch erhalten ist.

Lit,: „Das Jurahaus – ein Bild von einem Haus“, S. 94, Jurahaus-Magazin Nr.17, S.24;
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kipfenberg; Johann Kaspar Bundschuh: „Geographisch Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken“, 1799 in http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/topographiafranconiae/…“; Kurt Scheuerer : „Materialsammlung zur Geschichte von Ingolstadt/ Kirchen rund um Ingolstadt“ in www.Ingolstadt.de/stadtmuseum/scheuerer/…;
Foto KS 03/2013

Dettenheim, Hauptstr. 37+38

jurahaus weißenburg dettenheimDas Ensemble Hauptstraße/Rezatstraße in Dettenheim umfasst den Zug der west-ostwärts gerichteten, leicht ansteigenden Dorfstraße (heute Rezat- und Hauptstraße), einer planmäßig angelegten, erstmals 914 urkundlich bezeugten Siedlung entlang des ehem. Bachangers der in der Nähe entspringenden Schwäbischen Rezat. Die Anlage quert rechtwinklig die römische Heer- und Handelsstraße Augsburg-Nürnberg. Die Bebauung beidseits des Angers weist überwiegend Bauernanwesen in Jura-Bauweise auf: die Höfe stammen meist aus dem späteren 18. und der 1. Hälfte des 19. Jh. Die Wohnstallhäuser sind giebelständig zur Straße ausgerichtet. Es handelt sich um verputzte Bruchsteinbauten, erdgeschossig mit Kniestock oder zweigeschossig, die flachen Satteldächer heute nur noch vereinzelt mit Kalkplatten belegt. An den beiden Enden der Dorfstraße ist eine Abstufung der Bebauung bis hin zum Kleinhaus zu beobachten.

Hauptstraße 37: Wohnhaus, Kleinhaus, eingeschossiges Gebäude mit Flachsatteldach in Jura-Bauweise, mit Fachwerkkniestock und Legschieferdach, spätes 18. Jh.; ehem. Nebengebäude, massiver Bau mit flachem Satteldach und Legschieferdeckung, wohl um 1900;
Hauptstraße 38: Wohnhaus, Kleinhaus; Eingeschossiges Gebäude mit Flachsatteldach in Jura-Bauweise, mit Fachwerkkniestock und Legschieferdach, spätes 18. Jahrhundert

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Regierungsbezirk Mittelfranken, Weißenburg-Gunzenhausen, Weißenburg i.Bay.
Foto Schwimmer 07/2015

Dietfurt a. d. Altmühl, Hauptstr. 45

Dietfurt a.d. AltmühlGasthaus, ehem. mit Brauerei, 17./18. Jh., Umbau im frühen 19.Jh.;  zweigeschossiger und traufständiger Flachsatteldachbau mit Zwerchhaus, Rahmengliederungen, Ausleger und Ladeluke; überbaute Einfahrt, zweigeschossiger Ständerbau mit massiver Fassade;
Rückgebäude, zwei- bis dreigeschossiger Flachsatteldachbau, teilweise mit Fachwerkobergeschoss und Kalkplattendach.

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 191;
Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberpfalz Neumarkt i.d.OPf. Dietfurt a.d.Altmühl
Foto Ruthrof 07/2014

Dietfurt a.d.Altmühl, Pfarrgasse 6, „Hollerhaus“

Jurahaus, Dietfurt a.d.AltmühlJura-Bauernhaus mit Kalkschieferdach; Seit 1989 wird das so genannte Hollerhaus als Museum genutzt. Neben der Entstehungsgeschichte der Besiedelung des Talraums in Dietfurt a.d. Altmühl zeigt das Museum eine umfangreiche Gesteins- und Fossiliensammlung

Quelle: http://www.dietfurt.de/sehenswertes/museum_im_hollerhaus-156/;
Foto KS 02/2014

Eibwang 2

kurahaus. kinding. eibwangEhem. Edelsitz, jetzt Bauernhof; zweigeschossiges Wohnhaus auf kleiner Anhöhe, mit geschlepptem Kalkplattendach, Wappentafel am Haus bez. 1530, heutige äußere Erscheinung 18. Jh.; von Graben umgeben (ehem. Weiherhausanlage); Fachwerkscheune, traufseitig erschlossen, 1. Hälfte 19. Jh.

Der ehemalige Edelsitz Eibwang im Anlautertal wurde als Weiherhausanlage errichtet. Noch heute sind an drei Seiten des „Festen Hauses“, wie der Sitz genannt wurde, Gräben erkennbar, die trocken sind. Vormals wurden sie vom Schlößlmühlbach unter Wasser gesetzt. Das zweigeschossige, rechteckige Burghaus mit 1,2 Metern Mauerstärke steht auf einer kleinen Anhöhe, wohl dem Aushub der Gräben, hat ein geschlepptes Kalkplattendach (Legschiefer) und über dem rundbogigen Eingang ein fürstbischöfliches Doppel-Wappen – links das Wappen des Hochstifts Eichstätt und rechts das Eybsche Familienwappen mit den drei Muscheln – mit der Jahreszahl „MDXXX“ (1530). Das zweigeschossige Gebäude in der Mitte des Berings war ursprünglich schmäler und wurde durch einen Anbau im Westen erweitert.
Eibwang war das wehrhafte Wohngebäude der ab 1351 nachweisbaren Marschälle von Eibwang. 1458 wurde die Anlage in einer Fehde zerstört. 1504 ist immer noch von einem „prochens Schlößlein“ (von einem gebrochenen, zerstörten Schloss) die Rede. Erst 1530 ließ der Eichstätter Fürstbischof Gabriel von Eyb, dessen Wappen sich über der Eingangstür befindet, die Ruine als Landsitz wieder aufbauen. In seinen letzten fünf Lebensjahren soll er sich im Sommer hierher zurückgezogen haben. Ab 1554 wurde Eibwang nur noch landwirtschaftlich genutzt.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Eibwang; https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Eibwang; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kinding
Foto KS 08/2013

Eichstätt, Am Kugelberg 31

Jurahaus, Eichstätt, Am KugelbergEin Fürstbischöfliches „Gartenhaus“
Hier, am Südhang des Kugelbergs, wuchsen bis ins 16. Jahrhundert Weinstöcke. Nachdem man den Weinbau aufgegeben hatte, wurde um 1777 ein fürstbischöfliches Rekreationshaus erbaut. Aus dem ummauerten und terrassierten früheren Weinberg wurde der so genannte Domherrengarten, eine barocke Gartenanlage mit Freitreppe und drei kleinen Pavillons. Hierhin zog sich der höhere Klerus der Stadt zurück, um sich zu erholen, bis die Säkularisation dem ein Ende setzte. Heute wird das Haus als Ferienwohnung vermietet.
Bei diesem ehemaligen „Gartenhaus“ handelt es sich um einen kleinen, in den steil abfallenden Hang gebauten Massivbau mit flachem Walmdach und Kalkplattendeckung. Die für das Altmühltal typische Hausform zeigt sich hier von ihrer charmant-feudalen Seite. Innenhof und Freisitze bieten Panoramablicke auf Eichstätt und seine Landschaft.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Regierungsbezirk Oberbayern, Eichstätt; www.naturpark-altmuehltal.de/sehenswertes/…; www.eichstaett.de/veranstaltungen/…
Foto KS 11/2015

Eichstätt, Buchtal 18

jurauhaus, jurahäuser, jurahaeuser, eichstättZum ehem. Gasthaus „Zum Stern“ gehöriger, giebelständiger Stadel; Flachsatteldachbau mit flachbogiger Einfahrt, 1758 (dendro. dat.), mit Kalkplatten gedeckt; Wandgemälde des hl. Wendelin.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt
Fotos KS 04/2012, 08/2014

Eichstätt, Frauenberg

Jurahaus, EichstättAußerhalb der ummauerten Stadt entwickelten sich schon im 13./14. Jahrhundert offene Vorstädte, darunter die kleine Spitalvorstadt rechts der Altmühl und hangseitig anschließend die Sebastians- und Frauenbergvorstadt. Für alle Vorstädte verbindlich wurde vielleicht schon im Spätmittelalter, mit Sicherheit aber nach dem Dreißigjährigen Krieg, die giebelständige Wohnhausbebauung in charakteristischer Altmühljura-Bauweise, ursprünglich mit Kalkplattendächern. Auch wenn am Frauenberg ein Gebäude bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts (1452-62) nachgewiesen ist, stammt die Mehrzahl der Gebäude jedoch aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert. Das auf dem historischen Foto abgebildete Jurahaus-Ensemble ist bereits 1814 in der Bayerischen Uraufnahme nachgewiesen.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt; http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/…
Fotos Stoja ca. 1910, KS 06/2009

Eichstätt, Kolpingstr. 3 („Hoferhaus“)

Jurahaus EichstättSo genanntes Hofer-Haus. Dreigeschossig mit flachgeneigtem Kalkplattendach, im Kniestock Ovalfenster, um 1730, Erneuerung des Dachstuhls zwischen 1789 und 1802; mit Garteneinfriedung und Gartenpavillon, dieser z. T. in den Hang reichend, wohl 1. Hälfte 18. Jh.

Haustafel: „Hoferhaus. Zwischen 1789 und 1802 erbaut als Garten-Wohnhaus des fürstbischöflichen Leibarztes Dr. Andres von Starkmann; von 1918 – 1955 Wohnhaus des Heimatforschers Franz Ritter von Hofer; 1971 von Ernst Meier erworben und umfassend renoviert.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt
Foto KS 11/2013

Eichstätt, Marienstein (heute Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim)

jaurahaus, eichstätt, MariensteinTaglöhnerhaus
Das Mariensteiner Haus war ein so genanntes „Leerhäuslein“ wie es in den Archivalien heißt, es gehörte also kein Grund dazu. Die Besitzer konnten sich kaum von der kleinen Landwirtschaft ernähren. Notgedrungen mussten sie zusätzliche Tätigkeiten ausüben, wie etwa Taglohnarbeiten bei anderen Bauern oder im Kloster Marienstein, Steinbrucharbeiten im Ort oder auch Flickschusterei.
Der eingeschossige lehmausgefachte Fachwerkbau mit zweireihigem Innengerüst und flachgeneigtem kalkplattengedecktem Dach hatte ursprünglich keinen Schlot, war also ein Rauchhaus. Vom originalen Gefüge hat sich viel erhalten. Sogar ein Teil des Lehmflechtwerks aus der Bauzeit 1367/68 konnte übernommen werden, ebenso die originalen Decken über Stube und Kammer (Estrich aus Lehm und Bohlenbelag). Nur von den einstigen hölzernen Bohlenwänden der Stube war nichts mehr vorhanden. Sie wurden schon in der Mitte des 16. Jahrhunderts durch dicke, gemauerte Wände ersetzt. Gleichzeitig war die Stube etwas nach Westen vergrößert worden.
Bei dem Gebäude aus Marienstein werden in erster Linie zwei Bauphasen gezeigt: der Neubau von 1367/68 und der Umbau der Stube von etwa 1560. Er zeigt sich uns in seiner überraschend bunten Gestaltung aus der Umbauphase des 16., Jahrhunderts. Farbige, in sich strukturierte, mit Begleitlinien abgesetzte Flächen und Streifen in Ocker und Rot gliedern die Stube waagrecht. Die Wandnischen und der Bereich des Ofens sind gesondert eingefasst. Der Eindruck zur Bauzeit muss bunt, ja fast prächtig gewesen sein, und das für so gut wie unvermögende Leute. Mit diesem einzigartigen Gebäude kann die Bau- und Wohnweise für die soziale Schicht der „kleinen Leute“ im Spätmittelalter nachvollzogen werden. Es existiert für diese Zeit kein vergleichbares Objekt mehr!

Quelle: Informationstafel im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim
Foto KS 07/2011

Eichstätt, Weißenburger Straße 28.

Jurahaus, EichstättDie Geschichte des Grundstücks, auf dem heute das renovierte Gebäude steht, kann bis um 1696 zurückverfolgt werden. 1787 wird der Stadel des „Ochsbräu“ in der Westenstraße zum ersten Mal in den Abgabenbüchern erwähnt. 1855 kauften ihn die Klosterfrauen zu St. Walburg mit der dazu gehörigen Freiwasserwiese. 1904 kamen Grundstück und Stadel durch Kauf bzw. Tausch in den Besitz der Englischen Fräulein. 1995 erwarb der Türkisch-Islamische Kulturverein  den ehemaligen Getreidespeicher und baute ihn zur Gebetsstätte aus. Obwohl zuerst der türkische Moscheenbau des 19. Jahrhunderts als Stilvorbild gefordert wurde, konnte schließlich durch die Rückbesinnung auf regionaltypische Bauweisen Anatoliens und strukturelle Ähnlichkeiten, die vor allem auf der Verwendung ähnlicher Materialien beruht, ein Vorbild gefunden werden, das die anfangs fast unvereinbar scheinenden Gegensätze zu einem neuen, homogenen Ganzen zu vereint.

Lit.: Jurahausmagazin Nr.11, S.30
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt; http://www.keim-architekten.de/projects/moschee/info_intro.htm; http://www.moschee-eichstaett.de/
Foto Martiny 05/2013

Emsing, Am Mühlbach 2

Jurahaus, Titting, EmsingWohnteil der ehemaligen Untermühle, erdgeschossiger breitgelagerter Satteldachbau mit Kniestock und verputztem Fachwerkgiebel, 18. Jahrhundert.
„Emsing […] liegt in einem Thale 3 Stunden nordöstlich von Raittenbuch entfernt, an der Anlauter, womit sich ein anderes Quellwasser, das […] den Namen Morspach führt, auch 2 Mühlen in Emsing treibt, allda vereiniget.“

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Titting; Johann Kaspar Bundschuh: „Geographisch Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken“, 1799 in http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/topographia–franconiae/…“;
Foto KS 08/2013

Etting (Ingolstadt), Kipfenberger Straße 108

Jurahaus, etting, ingolstadtBauernhaus; Eingeschossiger Flachsatteldachbau auf hohem Kellergeschoss, mit Kniestock und Kalkplattendach, auf spätmittelalterlichen Fachwerkbau zurückgehend, wohl 16. Jahrhundert, später massiv ausgemauert; mit Eingang zu einem unterirdischen Gang.

Die Legende der drei elenden Heiligen
Zur Zeit einer schweren Christenverfolgung in England verlies der einer adligen Familie entstammende Kaufmann Archus mit seinen beiden Söhnen Herenneus und Quartanus das Vaterland. Auf ihrer Wanderung kamen sie bis in die Gegend von Ingolstadt. In der Wildnis des Harder Waldes bot ein Felsen den Verschmachtenden wunderbar Wasser und Labung. Sie ließen sich hier nieder und wählten drei Höhlen als ihren Wohnsitz. Nur zum gemeinsamen Gebete kamen sie in der größeren Höhle zusammen. Sie nahmen sich der verfolgten Christen an, begruben die um ihres Glaubens willen Getöteten und starben schließlich eines gottseligen Todes. Über ihren Gräbern baute man eine Kirche. Hier geschahen manche Wunder und von weiter Ferne kamen viele Wallfahrer.
Bis heute ist die Herkunft der drei elenden Heiligen unklar und auch die Namen haben im Verlauf der Jahrhunderte Wandlungen erfahren. Bei ihrer ersten Nennung werden noch deutsche Namen verwendet: Archan, Haindrit und Gardan. Als ihr Herkunftsland wurde aber meistens England angenommen, weswegen sie den Namenszusatz „elend“ erhielten, was im Althochdeutschen „fremd“ bedeutet.
Der früheste Nachweis dieser Geschichte stammt aus dem Jahre 1496. In dieser Geschichte steckt wohl ein kleines Körnchen Wahrheit, denn es gibt in Etting tatsächlich einige unterirdische Hohlräume, deren Entstehungsgrund man noch immer nicht wirklich erklären kann. Der Heimatforscher Johann Baptist Götz hat schon 1924 zusammengetragen, was damals noch überliefert war. „Eine Wohnung des Heiligen“ liege gegenüber der Kirche „beim Hause des Melbers“ und sei über einen unterirdischen Gang mit dem Altar des Heiligen in der Kirche verbunden. Ein eisernes Gitter habe noch 1627 den Abschluss gebildet. Bei der Ortsbevölkerung war der Gang unter dem Jurahaus in der Kipfenberger Straße 108 nur als „Geheimgang“ bekannt. Der Zugang von der Straße aus ist durch eine niedrige Kellertür verschlossen.

Quellen: www.lochstein.de/hrp/erdstall/andere/etting/etting.html; Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 1923, Bd. 43, S. 1 ff., Johann Baptist Götz, „Etting und seine drei elenden Heiligen. Ein Beitrag zur ältesten Siedlungsgeschichte Ingolstadts“ ; www.pfarrei-etting.de/unsere-pfarrei.html;www.bistum-eichstäett.de/pfarrei/etting/kirchenfuehrer/orts-undwallfahrtsgeschichte/; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Regierungsbezirk Oberbayern, Ingolstadt (Stadt);
Foto KS, 09/2015

Gaimersheim, Pebenhauser Str. 2 (Marktmuseum)

jurahaus gaimersheimEhemaliges Jurabauernhaus, jetzt Marktmuseum. Zweigeschossiger Massivbau mit Kniestock, dreifachstehendem gotischem Pfettendachstuhl aus Eichenholz, Legschieferdach, gewölbten Räumen im Erdgeschoss, barocke Putzgliederung, im Kern wohl Mitte 16. Jahrhundert, Dachwerk 1536 (dendrochronologisch bestimmt). Renoviert 2005 – 2007.

Marktmuseum im Winterbaueranwesen
Das Marktmuseum widmet sich schwerpunktmäßig lokalen Funden der Steinzeit, Themen aus der Römerzeit, aber auch der Gaimersheimer Schulgeschichte und den Bewohnern des Winterbaueranwesens. Außerdem werden Handwerk, Gewerbe sowie Marktgeschichte (Marktwerdung, Sagen, Religion, Vereine, historische Gebäude etc.) dargestellt.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Gaimersheim; www.gaimersheim.de/index.php?id=302; www.gaimersheim.de/fileadmin/Dateien/Dokuwinterbauer.pdf
Foto KS 12/2012

Gersdorf, Nr. 76

Jurahaus Nennslingen gersdorfWohnhaus eines ehemaligen Bauernhofes; Eingeschossiger Flachsatteldachbau mit Kniestock, in Jura-Bauweise, mit Legschieferdach, erbaut 1783;  Austragshaus, zweigeschossiger Flachsatteldachbau, in Jura-Bauweise, mit Kellerzugang, 19. Jahrhundert;
Wieder instand gesetzt von Familie Waldemair.

Quellen: Jurahausverein; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Weißenburg-Gunzenhausen Nennslingen;
Foto KS 08/2013

Gundelsheim, Am Kirchberg

jurahaus treuchtlingen gundelsheimAm Kirchberg 1 (linkes Gebäude): Ehem. Gasthaus „Zum Löwen“, erbaut 2. Hälfte 18. Jahrhundert, zweigeschossiges Wohngebäude mit Satteldach in Jura-Bauweise, mit Aufzugsluke; zugehörige Fachwerkscheune mit Legschieferdach, 19. Jahrhundert.
Am Kirchberg 3 (rechtes Gebäude): Ehem. Bauernhaus, eingeschossiger Satteldachbau in Jura-Bauweise, mit Kniestock, 19. Jahrhundert, in den Baukörper einbezogene kleine spätbarocke Hauskapelle, wohl ehem. zum Kirchhof gehörig; mit Ausstattung.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken Weißenburg-Gunzenhausen Treuchtlingen
Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 111
Foto KS 07/2013

Haunstetten, Seestr. 22

jurahaus kinding haunstettenEhem. Forsthaus, zweigeschossiger Massivbau mit hohem Kniestock und Kalkplattendach (erneuert), 1. Hälfte 19. Jh.

„Haunstetten, fürstlich Eichstättische zum Ober- und Forstamte Kipfenberg Beilngries gehörige Forstey, liegt auf dem Berge zwischen Kinding und Hirschberg im Ober- und Kastenamte Hirschberg Beilngries, und hat den Nahmen von dem Pfarrdorfe Haunstetten, worin der Förster dieser Forstey ein herrschaftliches Haus bewohnt.“ *)

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 155
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kinding;
*) M.Bundschuh, „Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken…“, Bd.2,  Ulm 1800, aus https://books.google.de/books … forsthaus+haunstetten …
Foto KS 10/2013

Inching, Martinstraße

Jurahaus InchingStadel, Satteldachbau mit reichem Fachwerkgiebel und Kalkplattendach, bezeichnet mit dem Jahr 1709.

Lit: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 198/199; Magazin „Das Jurahaus“, Nr.8, S. 26+62;
Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Seite 4 Stand 30.04.2015; Regierungsbezirk Oberbayern; Eichstätt; Walting
Foto KS 10/2015

Kipfenberg, Böllermühlstr. 5, „Böllermühle“

Jurahaus, Kipfenberg, BöllermühleErstmals ist die Mühle um 1370 in einem Salbuch der Herrschaft Arnsberg als Habermühle genannt. 1674 taucht die jetzige Bezeichnung in der Form Pöllmühl/Pellermühle auf. Im 19. Jahrhundert war sie die reichste Mühle des Schambachtales. Wegen des Waldbesitzes war ihr bis zur Wende zum 20. Jahrhundert auch eine Sägemühle angegliedert. … Heute „teilt“ sich der Müller die Wasserrechte mit einem Biber.
Aus dem „Geographisches Lexikon von Franken“ von 1799-1804: „Boellermuehle, eine und zwar […] gleich die erste der eichstaettischen 6 Muehlen an der Schambach im Pfleg= und Kastenamte Kipfenberg zwischen Gungolding und Arnsberg, in einem suedlich sich hinziehenden Grunde gelegen.“
Kein Eintrag in der Denkmalliste

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arnsberger_Schambachtal;
„Geographisches Lexikon von Franken“, in: http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/topo-graphia-franconiae/bundschuh/bundschuhcover.html
Foto KS 10/2015

Kipfenberg und Umgebung

Jurahaus, KipfenbergGrösdorf (Kipfenberg) | Ilbling (Kinding) | Kipfenberg
1   Kipfenberg, Marktplatz 8 | Gasthof, zweigeschossiger freistehender Flachsatteldachbau, mit reichem Fachwerk in Giebel und Obergeschoss, Steherker mit Walmdach, 18. Jahrhundert
Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 124
2   Kipfenberg, Marktplatz 1 | Gasthof, zweigeschossiger Giebelbau mit Flachsatteldach, mit kurzem traufseitig angeschlossenem zweigeschossigem Flügel, Treppengiebel, im Kern Fachwerkbau, 17./18. Jahrhundert.
3   Grösdorf (Kipfenberg), Altmühlstr. 19 | Ehemalige Untermühle, Wohnhaus, zweigeschossiger breitgelagerter Flachsatteldachbau, 18. Jahrhundert.
4   Ilbling, Nr. 16
5   Kipfenberg, Burgstr. 5  | Wohnhaus, zweigeschossiger Massivbau mit hohem Kniestock und Flachsatteldach, Fachwerkgiebel, erste Hälfte 19. Jahrhundert.
6   Ilbling, Nr. 2 | Scheune, mit Fachwerkgiebel und Kalkplattendach, über den Einfahrten Taubenschläge, wohl Anfang 19. Jahrhundert.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Kinding (Bild Nr. 6), Kipfenberg (Bild Nr. 1, 2, 3, 5)
Fotos Ruthrof 09/2015

Mallerstetten, Nr. 14

jurahaus, dietfurt mallerstettenEhem. Wohnstallhaus, eingeschossiger und giebelständiger Flachsatteldachbau mit hohem Kniestock in Blockbauweise, Kalkplattendach und Bändergliederung, bez. 1828.

Lit.: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S.84; Jurahausmagazin Nr. 4, S. 90 und Nr. 9, S. 68;
Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberpfalz Neumarkt i.d.OPf. Dietfurt a.d.Altmühl
Foto KS 02/2014

Mattenmühle 1

Jurahaus Treuchtlingen MattenmühleMühl- und Bauernhaus, zweigeschossiger Satteldachbau in Jura-Bauweise, mit Kniestock, 18./19. Jh.; Nebenhaus mit Scheune, erdgeschossiger Satteldachbau mit Kniestock.
Die Mattenmühle liegt am der Altmühl zufließenden Möhrenbach. Der Name der Mühle wird teils auf den Vornamen „Matthes“ (Kurzform von Matthäus bzw. Matthias) oder auch auf das ahd. mata – mhd. mate Matte, Wiese zurückgeführt.

Im Klostersalbuch von 1360 ist sie als „Mühle des Brunitzermüllner an der Mern“ als Besitz der Abtei St. Walburg der Benediktinerinnen in Eichstätt aufgeführt. 1654 sitzt ein Jörg Wahlmüller auf der „Matdmül“, womit sich die heutige gängige Bezeichnung andeutet. Die Vogteirechte (weltliche Zuständigkeit und Verwaltung) lagen zunächst beim ansbachisch-markgräflichen, später dem brandenburg-ansbachischen und schließlich dem preußischen Verwalteramt in Treuchtlingen, die hohe Gerichtsbarkeit hatte die Herrschaft Pappenheim inne. Mit der Säkularisation kam die Mühle 1805/06 an das Königreich Bayern und gehört seit 1972 zu Treuchtlingen. 1910 wurde der Sägebetrieb der Mühle eingestellt; die Getreidemühle wird nur noch für den Eigenbedarf genutzt. Im Nebenerwerb wird Landwirtschaft betrieben.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken Weißenburg-Gunzenhausen Treuchtlingen; „Die Siedlungsnamen des Bistums Eichstätt von Dr. Michael Bacherler (1924)“ in:  http://www.boari.de/ortsnamen/mattenmuehle.htm; https://de.wikipedia.org/wiki/Mattenm%C3%BChle_(Treuchtlingen)
Fotos Schwimmer 07/2015

Mindelstetten, Anna-Schäffer-Str. 13

Jurahaus Pförring MindelstettenKleinbauernhaus; Erdgeschossiger, winkelförmiger Bau mit hohem Kniestock, Kalkplattendach, Erste Hälfte 19. Jahrhundert (Geburtshaus der Hl. Anna Schäffer).

Heilige Anna Schäffer
Anna Schäffer wurde 1882 in Mindelstetten geboren und hatte kurz vor Vollendung ihres 19. Lebensjahres einen schweren Unfall. Bis zu ihrem Tod hatte sie deshalb 24 Jahre lang starke Schmerzen und war ans Bett gefesselt. In ihrer Lebensbeschreibung heißt es, dass sie ihr Leid als „Sühneopfer“ angenommen und dieses Leben als ihren persönlichen Weg der Nachfolge des leidenden Christus erkannt habe. Für viele Menschen wurde sie Trösterin und Ratgeberin.Seit 1910 hatte sie neben Visionen auch die Wundmale Jesu. Nach langer Krankheit und schwerem Leiden starb sie am 5. Oktober 1925.
Am 7. März 1999 wurde sie von Papst Johannes Paul II. als Selige zur Ehre der Altäre erhoben und am 21. Oktober 2012 in Rom von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Oberbayern Eichstätt Mindelstetten; http://www.bistum-regensburg.de/glauben/heilige-selige-engel/bistumspatrone-selige-und-heilige-des-bistums-regensburg/
Foto KS 04/2013

Naßwiesen 3

Jurahaus, Treuchtlingen, NaßwiesenBauernhof mit Wohnhaus, erdgeschossiges Gebäude in Jura- Bauweise mit Kniestock, Naturstein verputzt, Legschieferdach und Scheune mit Legschieferdach, 1. Viertel 19. Jahrhundert
Beide Gebäude In Uraufnahme (1808-1864) eingetragen

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Weißenburg-Gunzenhausen Treuchtlingen

Pfahldorf, Juraring 10

jurahaus kipfenberg pfahldorf„Zu den ansehnlichsten Resten römischer Alterthümer in Teutschland gehört ohne Zweifel die Landmarkung, welche von dem Kaiser Hadrian errichtet worden ist, und in unseren Tagen das Vallum Hadrians, der Pfahl, der Pfahlrain, die Pfahlhecke, der Pfahlranken, und am gewöhnlichsten die Teufelsmauer genannt wird. […] Sie theilt diese Benennung auch den Feldgründen, den Wiesen … und selbst den Ortschaften mit. […]
Der Platz, an welchem sich die Teufelsmauer auf den Pfahldorfer Berg zieht, heisst der Pfahlbuck. […] Die Mauer läuft sehr kenntlich, ohne eine Stümmlung erduldet zu haben, immer mehr und mehr von dem Bergrande abweichend, stets nahe an dem Gangsteige fort. Ihre schwarzen über das grüne Moos hervorragenden Steine geben ihr ein ehrwürdiges Ansehen. […] Nach 29 Schritten gelangt man zu einer Strecke, welche überall die Kennzeichen der unbarmherzigsten Zerstörung aufweist. Man nahm hier im Jahre 1817 beinahe alle grösseren Steine hinweg, um aus denselben das Schulhaus in Pfahldorf zu erbauen. […] Nach und nach wird die Waldung immer lichter … und man sieht sich auf eine freie Heide verpflanzt, wo man durch eine liebliche Aussicht erquickt wird. Man erblickt vor sich den hohen Thurm und die Hausdächer von Pfahldorf, in weiter Entfernung mehrere Dörfer, überall gesegnete Felder. Die Aecker von Pfahldorf sind von Wäldern, wie von einem Zirkel umschlossen. Die Teufelsmauer bildet den Durchmesser des grossen Zirkels.“

Quelle: „GENAUE BESCHREIBUNG der unter dem Namen der Teufelsmauer bekannten Römischen Landmarkung. Dr. Fr. Triton Mayer, Stadtpfarrer zu Eichstätt, und corresp. Mitglied der königl. bayer. Akademie der Wissenschaften“, München 1824; aus: https://archive.org/stream/abhandlungenbaye01baye/abhandlungenbaye01baye_djvu.txt
Foto KS 03/2013

Prunn, Hauptstr. 7 u. 9

jurahaus, riedenburg, prunnHauptstraße 7 (im Vordergrund). Wohnhaus, ehem. Mittermühle, zweigeschossiger Massivbau mit hohem Kniestock, Jura-Bauweise mit Kalkplattendach, 18./frühes 19. Jh.;
Hauptstraße 9 (Gasthof im Hintergrund), in Uraufnahme (1820) eingetragen mit geringfügig unterschiedlichem Grundriss, Jura-Bauweise mit Kalkplattendach.

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Niederbayern Kelheim Riedenburg; http://geoportal.bayern.de/bayernatlas/…
Foto KS 08/2013

Rutzenhof

Jurahaus, Rutzenhof, TreuchtlingenDer Rutzenhof, inmitten einer vorgesehenen Tonabbaufläche gelegen, ist eines der geschichts-trächtigsten Anwesen dieser Gegend. Das Haupthaus, mittlerweile in sehr schlechtem Zustand, stammt laut Denkmalliste aus dem Jahr 1817. Es ist weitgehend im Originalzustand aus der Bauzeit. Es gibt noch eine alte Rußkuchl und viele andere Details. Das Lutherhäusl (Bild rechts) ist in der Denkmalliste nicht exakt datiert. Es ist aber in jedem Fall deutlich älter, angeblich sogar spätmittelalterlich. Insgesamt handelt es sich um ein hochwertiges Baudenkmal-Ensemble mit großer Bedeutung für die Bau-, Orts- und Sozialgeschichte.

Das Lutherhäusl
Um das Lutherhäusl am Rutzenhof rankt sich die Geschichte, dass der Reformator Martin Luther hier einst genächtigt haben soll. Dass dies so war, ist nicht nachweisbar, aber relativ wahrscheinlich.
Luther hatte sich vom 7. bis 20. Oktober 1518 in Augsburg aufgehalten, wo er Kardinal Cajetan Rede und Antwort zu seinen 95 Thesen hatte stehen müssen. Nach seiner heimlichen Abreise und einem Gewaltritt kam Luther am nächsten Abend in Monheim an. Von dort – so die Überlieferung – sei er vom Grafen von Pappenheim auf dessen Herrschaftsgebiet geleitet worden, nämlich auf den Rutzenhof. Erst am 23. Oktober kam er in Nürnberg an – hat also wohl noch einmal auf dem Weg übernachtet.
Auch wenn nur die Eckdaten der Flucht Luthers belegt sind, so ist das zuvor Geschilderte sehr wahrscheinlich. Der Volksmund vergibt nicht umsonst den Namen Lutherhäusl. Seit rund 500 Jahren wird das Geschehen mündlich überliefert. Über den Rutzenhof weht also ein Hauch Weltgeschichte.

Rutzenhof 1. Ehem. Bauernhaus, jetzt Nebenhaus, erdgeschossiges Gebäude mit Flachsatteldach in Jura-Bauweise und Legschieferdach, 1817.
Rutzenhof 2. Lutherhäusl, erdgeschossiges Bauernhaus in Jura-Bauweise, mit Fachwerk-Kniestock und -Giebel, im Kern spätmittelalterlich.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken, Weißenburg-Gunzenhausen, Treuchtlingen;  www.nordbayern.de/region/treuchtlingen/
Foto Schwimmer 05/2015

Schambach (Kipfenberg), Mühlenstr. 4, „Lohmühle“

Jurahaus, Schambach,KipfenbergUm das Jahr 1000 soll der Sage nach eine Magd der Lohmühle in einer nahen Quelle eine Monstranz mit einem Kreuzpartikel gefunden haben, wodurch die Wallfahrt nach Schambach begründet wurde. Das Wasser wird als heilbringend für Augenleiden angesehen.
Die Mühle wird erstmals 1545 und im Folgenden wiederholt erwähnt. Das Mahlwerk der Mühle ist allerdings schon lange demontiert.
„Lohmühle“ besagt, dass in früheren Zeiten in der Mühle Fichten- bzw. Eichenrinde zur Lohe für die Gerber gemahlen wurde.
Aus dem „Geographisches Lexikon von Franken“ von 1799-1804: „Lohemuehle, Eichstättische, zum Pfleg= und Kastenamt Kipfenberg gehoerige, zwischen Arnsberg und Gungolding im Schambacher Thale … hinein gelegene und zwar die vierte Mahlmühle an der Schambach hinauf.“
Kein Eintrag in der Denkmalliste

Quellen: https:// de.wikipedia.org/wiki/Arnsberger_Schambachtal;  „Geographisches Lexikon von Franken“, in: http://franconica.uni-wuerzburg.de/ub/ topographia-franconiae/ bundschuh/bundschuhcover.html
Foto KS, 10/2015

Schambach (Riedenburg)

Ehem. Pfarrhof; Wohnhaus, unregelmäßige Vierflügelanlage mit geschlossenem Innenhof, zweigeschossiger Walmdachbau mit hohem Kniestock und Kalkplattendach, Aufzugsgaube und Korbbogenportal nach Norden, erbaut 1712 (vermutlich aus der Werkstatt von Gabriel de Gabrieli; Vorgängerbau bis ins 10.Jhdt zurückgehend); gedeckter Brückengang zwischen Pfarrhof und Kirche;
Ehem. Pfarrstadel, zweigeschossiger massiver Bau mit Kalkplattendach, z.T.Holzständerwerk, verbrettert, 18./19. Jh.;
Stall, eingeschossiger Massivbau mit Kniestock, Kalkplattendach und Putzgliederungen, wohl 18. Jh.; Hofmauer, mit Tordurchfahrt undNebeneingang, wohl 18. Jahrhundert.

Idyllisch gelegen, umfasst das Kirchdorf Schambach die barocke Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“, den ebenfalls barocken Pfarrhof, das Lehrerhaus und die ehem. Schule. Das Ensemble liegt außerhalb von Riedenburg in Einödlage im Schambachtal. Die Kirche, eine romanische Chorturmanlage, zählt zu den Urpfarreien des Gebiets. Der 1712 unter Pfarrer Johann Baptist Neumair neu erbaute Pfarrhof besitzt zusammen mit seinen Wirtschaftsgebäuden den Charakter eines stattlichen Gutshofes. Der Pfarrhof selbst ist ein rechteckiger, dreigeschossiger Bau mit Innenhof. Hier finden sich auf drei Seiten Arkaden im Erdgeschoß und im ersten Stockwerk auf viereckigen Pfeilern; jetzt größtenteils zugesetzt. Die ganze Anlage, die Baudetails, sowie auch die auffallend flachen Dächer weisen auf einen italienischen Baumeister.

Aus den Erinnerungen an Schambach von Pfarrer Albert Mandl:

Durch saftige Wiesen sich schlängelt
Die Schambach … an Forellen reich.
Drinn´ spiegelt sich riesig das Pfarrhaus
Uraltem Klosterbau gleich.

Lit: „Das Jurahaus – Ein Bild von einem Haus“, S. 130+156/157; Magazin „Das Jurahaus“, Nr.4, S. 18;
Quellen: G. Winbeck; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Regierungsbezirk Niederbayern, Kelheim, Riedenburg in: https://archive.org/stream/bezirksamtbeiln00madegoog/ Bezirksamt beiln00madegoog_djvu.txt
Fotos: Winbeck 07/2015

Schamhaupten, Neustädter Str. 8

Jurahaus Schamhaupten Bauernhaus: Ehemalige Mühle, zweigeschossiger Massivbau mit Kalkplattendach, Giebelprofilen und Ochsenaugen-Lüftungsöffnungen; erbaut Ende 17./Anfang 18. Jh.
Stadel: erdgeschossiger Bruchsteinbau mit Kniestock und Kalkplattendach sowie gewölbten Stalleinbauten, nach Mitte 19. Jh., im Kern älter.

Quelle: Denkmalliste des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege, Altmannstein
Fotos Dr. Ruthrof

Schernfeld, Kirchstraße 18

Jurahaus Eichstätt SchernfeldGeschlossener Vierseithof, 18./19. Jh.;
Wohnhaus, breitgelagerter massiver erdgeschossiger Satteldachbau mit Fachwerkkniestock, 1. Hälfte 18. Jh., im Kern älter (dendro-dat. 1468, 1606); nordöstlich angeschlossenes Austragshaus, zweigeschossiger schmaler Satteldachbau, mit Kalkplatten, um 1850;
westlich angeschlossener ehem. Rossstall, zweigeschossiger Flachsatteldachbau mit Kalkplatten, um 1860/70; südöstlich ehem. Schweinestall, zweigeschossiger Satteldachbau, mit Kalkplatten, um Mitte 19. Jh.; südlich 1606 (dendro.dat.) und westlich (um Mitte 19. Jh.) zwei massive Stallgebäude, Satteldachbauten, mit Kalkplatten;

Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt
Während der Regierungszeit des Fürstbischofs Johann Christoph von Westerstetten, der u.a. auch die Jesuiten nach Eichstätt berief und die Schutzengelkirche erbauen ließ, erreichte die Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt einen Grauen erregenden Höhepunkt. Die Hauptphase der Verfolgung begann 1617 und dauerte bis 1630. In diesen 14 Jahren sind mindestens 167 Hinrichtungen von 141 Frauen und 26 Männern wegen Hexerei nachweisbar. Für den 26. Jan. 1618 wird auch nach 63 Tagen Haft und Folter über die Hinrichtung der 62jährigen Katharina Stroblin aus Schernfeld berichtet.

Quellen: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Oberbayern Eichstätt Schernfeld;  https://de.wikipedia.org/wiki/Hexenverfolgung_im_Hochstift_Eichst%C3%A4tt; https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Christoph_von_Westerstetten;

Fotos KS 10/2013

Suffersheim, Langentaler Str. 23

Jurahaus, Weißenburg, SuffersheimBrauereigasthof „Gasthaus Adler“, zweigeschossiges giebelständiges Gebäude mit Flachsatteldach, in Jura-Bauweise, bez. 1801.
In Suffersheim trifft man noch eine ganze Reihe von Häusern im typischen Jurahaus-Stil an, teilweise noch mit Kalkplattendach aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert; sie sind zum Teil in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Suffersheim; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk MittelfrankenWeißenburg-Gunzenhausen Weißenburg i.Bay.
Foto KS 07/2013

Untermässing, Talstraße 17

Jurahaus Greding UntermässingEin Jurahaus für den Pfarrer
Nach dem Brand von 1626 wurde der Untermässinger Pfarrhof in den Jahren 1685-1687 wieder aufgebaut. Jakob Engel lieferte hierfür die Pläne und Kostenvoranschläge. Die ausführenden Baumeister waren Johann Baptist Camesino und Daniel Barsch.
Das Wohnhaus des Pfarrhofs besteht aus einem traufständigen, zweigeschossigen Jurahaus mit Kniestock und einstmals einem Kalkplattendach. Es wird von der Giebelseite erschlossen und verfügt noch über historische Kreuzstockfenster.
In einer Nische in der Südwand eingelassen ist eine Holzfigur des hl. Leodegar (spätgotisch, um 1520).
An der Traufseite befindet sich das Wappen des Fürstbischofs Johann Eucharius Schenk von Castell und das Datum 1686 mit folgendem Text „Io Eucharius D:G:S:R:I: Princeps Episcopus Eychstett: has Ædes Parochiales Anno 1626 Incendio vastatos in Formam Ampliorem Feliciter Restaurare Fecit“.

Quellen: „Himmlischer Barock Baumeister Jakob Engel – Sein Leben & seine Bauwerke im Naturpark Altmühltal“, Hrsg.: Zentrale Tourist Information Naturpark Altmühltal; Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken Roth Greding
Fotos KS 08/2013

Wettelsheim, An der Rohrach 40

Jurahaus Wettelsheim TreuchtlingenWohnstallhaus eingeschossiger langgestreckter Satteldachbau in Jura-Bauweise, mit Kniestock, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken, Weißenburg-Gunzenhausen, Treuchtlingen
Foto Ruthrof 08/2015

Wettelsheim, An der Rohrach 51

Jrauhaus Wettelsheim TreuchtlingenWohnstallhaus zweigeschossiges langes Gebäude mit flachem Satteldach, im Kern 18. Jahrhundert, 1869 aufgestockt

Quelle: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Mittelfranken, Weißenburg-Gunzenhausen, Treuchtlingen
Foto Ruthrof 08/2015